Lech am Arlberg – (Ski-)Geschichte eines Urlaubsortes

Skifahrer am Aufstieg auf den Arlberg
Skifahren prägt die Geschichte des Arlbergs

Auch wenn die Besiedelung des Arlbergs bereits ins 13. Jahrhundert zurückreicht, so wurde Lech am Arlberg und die ganze Region erst durch die Erfindung des Skilaufs richtig bekannt. Der Arlberg ist einer der ersten Urlaubsorte an den Touristen zum Skifahren in den Urlaub kamen und gilt deshalb als Wiege des Skisports. Ski-Geschichte und die Geschichte des Arlbergs sind somit eng miteinander verknüpft. Es ist dem Ski-Tourismus zu verdanken, dass sich die Orte am Arlberg in den letzten 100 Jahren so gut entwickeln konnten, wie sie es getan haben.

Geschichte von Lech am Arlberg & der Region

642 Lech wird erstmals erwähnt

Als Flussbezeichnung „Licca“ wird der heutige Fluss Lech erstmals erwähnt

1059 Ein Jagdgebiet wird verschenkt

Die Arlberg Region wird als Jagdgebiet von Kaiser Heinrich IV an den Bischof von Augsburg verschenkt, zu dessen Hoheitsgebiet die Widderstein Region um den Arlberg bis 1814 gehört.

~ 1300 Besiedelung durch die Walser

Erstmals dauerhaft besiedelt wurde der Arlberg erstmals im 13. Jahrhundert durch die Walser, welche aus dem Schweizer Kanton Wallis kamen und durch Rodung der hochgelegenen Wälder das Land bewirtschaftbar machten. Da hier sehr viele Tannen wuchsen wurde die Siedlung „Tannberg am Lech“ genannt, was sich später auf „Lech“ verkürzte.

1806 – 1814 Lech wird Bayrisch

Während der napoleonischen Kriege wurde Lech mit den Bundesländern Tirol und Vorarlberg vorübergehend an Bayern abgetreten.

1884 Arlbergbahn eröffnet

Kaiser Franz Josef I eröffnete die Arlbergbahn Zugverbindung von Bludenz in Vorarlberg über Langen, durch den Arlberg-Eisenbahntunnel nach Landeck in Tirol. Von Langen aus werden die Gäste mit Pferdeschlitten weiter nach Stuben am Arlberg sowie Zürs und Lech befördert.

Ab 1885 erster Skitourismus

Bis 1885 lebten die Bergbauern der Arlberg Region ausschließlich von der Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf Milchwirtschaft und Viehzucht. Durch die bessere Verkehrsanbindung durch die Arlbergbahn kommen nun erste Touristen um dem neuen Sport des Skifahrens nachzugehen.

1895 – 1897 Bau der Flexenstraße

Flexenstraße
Flexenstraße

Die Gemeinden Lech, Warth und Zürs am Arlberg waren bis zum Bau der Flexenstraße im Winter praktisch nicht zu erreichen, da Unmengen von Schnee die Straßen blockierten und Lawinen eine ständige Gefahr darstellten. Wer sich dennoch traute, war vom Hauptbahnhof in Langen bis nach Lech mindestens 2,5 Stunden ohne Komplikationen unterwegs. Für die Flexenstraße wurden Wege in den Fels gesprengt, welche eine feste Verbindung zwischen Stuben, Zürs und Lech schufen. Der Bau der Flexenstraße dauerte 5 Jahre.

Logo des Skiclub Arlberg
Logo des Skiclub Arlberg

1901 Arlberg Ski Club wird gegründet

Am 3. Januar 1901 gründen 3 Freunde im Hotel Hospiz auf 1.800 m Seehöhe in St. Christoph den Ski Club Arlberg. Die Skifahrer waren damals noch in Loden gekleidet und die Holz-Skier wurden mit der Ein-Stock-Technik gesteuert. Der Skiclub Arlberg ist mittlerweile der größte Ski-Club Europas und umfasst mit der Einbindung der Orte Lech, Zürs, Stuben, St. Christoph und St. Anton im Jahr 2011 bereits 7.300 Mitglieder aus 53 Ländern.

1904 erstes Skirennen der Alpen am Arlberg

Am 5. und 6. Januar 1904 fand das 1. Skirennen der Alpen am Arlberg statt. Die Strecke führte von der Ulmer Hütte über den Schindlerferner zum Arlensattel, dann auf den Galzig, von dort hinunter nach St. Christoph und schließlich weiter nach St. Anton im Tirol. Skilifte und präparierte Pisten gab es damals natürlich noch nicht!

1906 erster Skikurs in Zürs

In Zürs wird von Viktor Sohm erstmals ein Skikurs veranstaltet – Vorerst nur für Einheimische, doch aufgrund der zunehmenden Popularität des Skisportes ab den frühen 20er Jahren auch für Gäste. Zürs entwickelt sich von einem abgelegenen Bergbauern-Dorf zu einem internationalen Wintersportort.

Skischule Lech

1925 Skischule Lech wird gegründet

Die Skischule in Lech hatte anfangs nur 2 Skilehrer. Die Kursteilnehmer mussten zuerst zu Fuß auf den Berg steigen bis sie anschließend auf nicht präparierten Pisten Skifahren lernen konnten.

1936 erster Schlepplift Österreichs in Zürs, 1939 in Lech

1. Skilift in Zürs am Arlberg
1. Skilift in Zürs am Arlberg

Bis 1936 war Skifahren am Arlberg ein sehr anstrengendes Vergnügen das viel Zeit und Energie für den Aufstieg erforderte. Mit der Eröffnung des ersten Skiliftes in Zürs war Skifahren nun erstmals ohne anstrengenden Aufstieg möglich und wurde deshalb begeistert aufgenommen. 1939 wurde dann auch der erste Skilift in Lech in Betrieb genommen.

Seit 1949 kontinuierliche Weiterentwicklung

Nach einer kurzen Stagnation in Folge des 2. Weltkrieges boomte der Wintersport seit 1949 bis heute und führte zu einem anhaltenden Bauboom in Lech am Arlberg sowie den anderen Arlberg-Gemeinden. Immer mehr Gäste entdeckten den Arlberg als Skigebiet für sich und kamen zum Skiurlaub in die österreichischen Alpen.

Arlberg Region heute

Heute verfügen Lech und Zürs am Arlberg alleine über 1.500 Einwohner und 8.300 Gästebetten. Jährlich gibt es rund 1 Million Übernachtungen, wobei der Winterurlaub am Arlberg mit 85% im Vergleich zum Sommerurlaub mit 15% nach wie vor dominant ist. Viele Hotels haben deshalb in den Sommermonaten geschlossen, doch nehmen die Übernachtungen auch im Sommer stetig zu. Neben dem Skifahren wird nämlich auch Wandern und Mountainbiken am Arlberg zunehmend beliebter und lockt auch viele Familien mit Kindern an, ihren Sommerurlaub in den Bergen statt am Meer zu verbringen.

Historisches Video: Skifahren in Lech-Zürs am Arlberg

Diese historischen Video-Aufnahmen über Skifahren am Arlberg (Sprache ist Englisch) zeigen wie sich Skifahrer zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu Fuß in die Berge aufmachten um ihrem Hobby dem Skisport nachzugehen. Hier wird die Ski-Geschichte anschaulich erklärt und vor Augen geführt.